Berlin!

Von Ulf Pape, Juli 2020

 

“Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt.” Was der Schriftsteller Jean Paul in einem Brief an eine Freundin schrieb, dürfte auf das Berlin unserer Gegenwart noch viel mehr zutreffen als auf das Jahr 1800, in dem er Berlin zu einem Weltteil erklärte. 

         Im globalen Geflecht begehrter Metropolen ist Berlin vor allem denjenigen ein Sehnsuchtsort, die sich von einer Stadt herausfordern lassen wollen. Keine seichte Gefälligkeit, sondern fruchtbare Vielstimmigkeit. Keine leeren Posen, sondern starke Positionen. Berlins Gegensätze bilden einen beweglichen Eklektizismus, in dem sich tatsächlich alle Teile der Welt spiegeln – und kein Stillstand aufzukommen vermag, nur die Fortschreibung der eigenen Geschichte. 

         Das von Daniel Libeskind entworfene Sapphire an der Chausseestraße greift genau diese Eigenschaften Berlins ästhetisch auf: Avantgarde, Wagemut und Wandel. Die Fassade des Wohnhauses traut sich mit viel Glas und einer eigens in Italien entwickelten Keramik-Titanium-Kachel zu funkeln wie der Edelstein Saphir selbst. 

         Edelstein ja, Schmuck nein. Die Fassade widersetzt sich mit ihrer couragierten Asymmetrie der Geradlinigkeit ihres Umfelds. Das Sapphire stellt eine Gegenposition zum gegenüberliegenden Hauptsitz des Bundesnachrichtendienstes und zur langen Chausseestraße dar, einem der Tore zu Berlins Mitte. Libeskinds Wohnhaus wirkt an dieser Stelle, als wolle es seine Nachbarn zum Tanzen auffordern. 

         Der in New York lebende Architekt Daniel Libeskind bezeichnet das Sapphire – 21 Jahre nach seiner Gestaltung des Jüdischen Museums Berlin – nicht nur als eine “Libeserklärung” an die deutsche Hauptstadt, sondern, wie jedes seiner Bauwerke, auch als einen Dialog mit dem Umfeld, in diesem Fall Berlin-Mitte, einem Stadtteil der kaum dichter sein könnte an Geschichte, Wahrzeichen und Zeitgeist. Die Gedenkstätte Berliner Mauer, die Museumsinsel, Parks wie der Humboldthain und Monbijou, politische Institutionen, zahllose Galerien, Theater, Programmkinos, Restaurants, das Soho House und Co-Working-Spaces bestimmen Mitte in seiner Unbestimmbarkeit. Das Quartier vibriert vor Energie. 

         Der Dialog mit der dichten Kultur des Stadtteils ist für Libeskind der tatsächliche Auftrag seiner kreativen Leistung: “Für mich ist das die Bestimmung von Architektur: das tägliche Leben.” Die Gestaltung eines Hauses widme sich nicht nur den Menschen, die darin leben werden, sondern auch den Passanten, die daran vorbeikommen, der Gemeinschaft der Bewohner, für die es gemeinsame Flächen gibt, im Sapphire etwa in einem Gym oder im Garten auf dem Dach. 

         Auch im Inneren des Sapphire gelten die Maßstäbe offener und moderner Wohnkultur. Die drei Eingangsbereiche empfangen Bewohner und Gäste mit unterschiedlichen Licht- und Farbkonzepten, die Libeskinds asymmetrische Gestaltung des Sapphire fortsetzen. 

         Dank der dynamischen Struktur des gesamten Gebäudes liegt jedem der Sapphire Apartments ein eigener Schnitt zugrunde. Mit unerwarteten Sichtachsen, Raumfluchten und Lichteinfällen besticht jeder der Wohnräume auf eigene Art, die Räume wirken so frei, als würden sie sich bewegen. 

         Das Penthouse PH106 bietet als das zweitgrößte des Sapphire enorme Möglichkeiten der Entfaltung über zwei Etagen. Vom Balkon zur Schwartzkopffstraße gibt das PH106 den Blick auf das monumentale Kunstwerk von Stefan Sous vor dem BND frei, von der oberen 

Dachterrasse blickt man über ganz Berlin Richtung Fernsehturm und Charité, im Inneren versetzt Tageslicht die Räume in stetig wechselnde Stimmungen. 

         “Ein Saphir”, sagt Libeskind, “ist nicht nur etwas Hübsches, nicht nur eine Oberfläche. Es zählt seine Ganzheitlichkeit: das Licht des Saphirs und seine Weichheit zugleich. Aber ein Saphir ist auch rau, er ist hart, er ist beständig, er ist schroff, er ist auch in seiner Materialität widerstandsfähig. All das sind auch Charakteristika der Berliner und von Berlin selbst.” 

          Und jeder Edelstein ist natürlich auch ein Weltteil.

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Sapphire

Schwartzkopffstr. 1

10115 Berlin 

Germany